Luchsinger, Richard
Prof. Dr. med.

1900-1993


Worldwide respected phoniatrician from Zurich, Switzerland. Details of his CV and selected publications in the article „Switzerland“ by O. Caprez and K. Vrticka.
Founder of the journal „Folia Phoniatrica“ I (1947), together with J. Tarneaud, Paris, and M. Seeman, Prague.

Nachruf
Folia Phoniatr. 45 (1993), 152, IALP News (ohne Autor)

Richard Luchsinger wurde am 14. Juni 1900 i nGlarus (Schweiz) geboren. Nach seiner 1919 in Schaffhausen absolvierten Matura begann er das Medizinstudium in Basel und bestand sein Staatsexamen 1926 in Zürich. Als Volontärarzt an der medizinischen Klinik in Lausanne doktorierte er 1927 bei Prof. Michaud. Dann folgten einige Stationen der Weiterbildung, namentlich ab 1929 drei Jahre Ausbildung zum Spezialarzt an der Ohrenklinik Zürich bei Prof. Nager. Immer wieder zog es ihn beruflich ins Ausland, an das King’s College Hospital in London (ENT Department von Prof. Negus), nach Wien (Wiedenspital, Primarius Suchaneck) und Kiel (Prof. A. Seiffert); 1932 war er als Volontärassistent in der Abteilung für Sprach- und Stimmkranke (Prof. Nadoleczny) und an der Universitätsklinik München (Prof. Brünings).

1933 eröffnete er seine Praxis als Spezialarzt für Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Stimm- und Sprachstörungen in Zürich. Bald darauf konnte er dank Entgegenkommens von Prof. F. Nager eine poliklinische Ambulanz für Sprach- und Stimmkranke an der Hals- Nasen-Ohren-Poliklinik einrichten. 1936 wurde dazu eine besondere Hilfsarztstelle geschaffen. So übernahm er die Leitung dieser Abteilung. 1942/3 habilitierte er sich an der Universität als Privatdozent und wurde 1953 Titularprofessor. Bis zu seinem Rücktritt 1964 las Prof. Luchsinger über Sprach- und Stimmkrankheiten.

1947 gründete Prof. Luchsinger mit J. Tarneaud (Paris) und S. Seeman (Prag) unsere Zeitschrift «Folia Phoniatrica» und präsidierte die IALP von 1953 bis 1959. 1967 amtierte er als Vorsitzender der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Phoniater. Er wurde zum Ehrenmitglied mehrerer nationaler und internationaler Fachgesellschaften ernannt.

Sein wissenschaftliches Werk umfasst 125 Arbeiten, darunter mehrere Handbuchartikel. Er hat eine ausserordentlich fruchtbare und vielseitige Forschertätigkeit entwickelt, nicht nur in der Sprach- und Stimmheilkunde, sondern auch in den Grenzgebieten der experimentellen Phoniatrie, Phonetik, und Akustik. Seine umfangreichen Erfahrungen als Forscher, Lehrer und Praktiker hat er in dem gemeinsam mit G. Arnold (USA) verfassten «Lehrbuch der Stimm- und Sprachheilkunde» (1949) niedergelegt, das in mehreren Auflagen erschienen ist und zum Standardwerk des Faches in deutscher und englischer Sprache geworden ist.

Richard Luchsinger starb am 20. Februar 1993, im Alter von 93 Jahren. Mit seinem Hinschied verliert die internationale Phoniatrie eine ihrer hervorragendsten Persönlichkeiten.